Witzig

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100 likes

Am 23.04.2018, einen Tag nach der Erstkommunion meiner Tochter und wenige Stunden nach der Geburt des 3. royalen Babys in London hat mir Caroline mein 100. Like geschenkt. 21 Monate nach meinem ersten Beitrag auf WordPress, wo ich 14 Monate aktiv war und 45 Beiträge verfasst habe, die inzwischen 15 Follower lesen. Diese Zahlen sind lächerlich, ich lese bei Leuten, die 100 likes / Tag erhalten, aber zumindest meine Anzahl der Beiträge kann ich demnächst vervielfachen ohne mich anzustrengen. Ich habe es nämlich tatsächlich geschafft meine knapp 900 Beiträge aus 15 Jahren meines ersten Blogs zu importieren und wenn die online gehen, geht hier die Post ab 😂

kurz gelacht

……..ich habe soweit den ersten Winter in Wien gut überstanden, ich hoffe Sie ebenfalls!…….

schreibt mir ein Mieter am Wochenende. Ich habe jetzt Tränen gelacht, naja, es war mein 47. Winter in Wien und ich habe ihn gut verbracht.

Bürokratie sucks

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Es war mir klar, dass der Schulbeginn bei Raphael nicht so reibungslos ablaufen wird, wie bei seiner Schwester. Er war zum Schulstart ein Monat jünger und Buben sind ja sowieso anders als Mädchen. Umso mehr hat mich gefreut, dass er in einer Integrationsklasse gelandet ist, dass hier nur 18 Kinder von 2 Vollzeitlehrern betreut werden. Ich wusste er wird gut aufgebhoben sein. Bald kamen die ersten Nachrichten im Mitteilungsheft, die ersten Gespräche folgten, mit einem Smiley Heft wollten die Lehrerinnen ihn zu einem besseren Verhalten motivieren. Er fährt das volle Programm:

Verweigerung zur Mitarbeit, sitzt unter dem Tisch, geht aufs Klo und kommt nie wieder, verweigert die Aufgabe, etc.

Auf der anderen Seite konnte er ab der 2. Schulwoche lesen, 4 Wochen später sinnerfassend lesen, er rechnet im Zahlenkreis 100, zählt spaßhalber von 100 rückwärts, und die Lehrerinnen sagen, dass sein Wortschatz und sein Allgemeinwissen äußerst ausgeprägt ist für sein Alter.

Da sich sein Verhalten aber leider nicht gebessert hat, wurde eine Beratungslehrerin hinzugezogen. Sie hatte ihn 2x bei sich und hat nun empfohlen eine Entwicklungsdiagnose durchzuführen. Sie meint, dass der Zwiespalt zwischen seiner geistigen Kompetenz und seinen motorischen Schwächen dazu führt, dass er sich im Alltag der Schule so schwer tut. Sie meint auch ein Asperger Syndrom zu erkennen.

Ich habe also die mir genannte Telefonnummer angerufen und wurde vertröstet. Hier werden keine Termine mehr vergeben, aber bei Asperger, naja, ähm, ich solle in 2 Wochen wieder anrufen. Gesagt getan, wurde ich 2 Wochen später informiert, dass die Lage angespannt ist (auf Nachfrage wurde gesagt seit 2014!) und eben derzeit keine Termine vergeben werden. Eine Freundin mit 2 besonderen Kindern hat mir ein Institut empfohlen, wo sie mit ihren Mädels betreut wird. Dort wird mir gesagt, dass es einen Aufnahmestopp bis Sommer 2018 gibt und außerdem Kinder aus unserem Bezirk sowieso nicht genommen werden. Ich frage also bei dem gleichen Institut aber in einem anderen Bezirk nach, dort werde ich an die erste Stelle, die ich angerufen habe, verwiesen. Ich gebe zu, ich war dann schon grantig. Ich habe mich um die Diagnostik nicht bemüht, weil mir langweilig ist oder weil ich helikoptermuttermäßig Angst habe, dass mein Sohn hinten nach ist. Nein, mir wurde in der Schule dazu geraten. Und ich habe nun einmal nicht die Möglichkeit ein paar 100 Euro in die Hand zu nehmen und zu einem privaten Arzt zu gehen.

Wir sind nun beim Autismuszentrum Wien gelandet, dort hat man mir zum 1. Mal wirklich zugehört, ich hatte ein 20 minütiges Telefongespräch und fühlte mich einfach einmal ernst genommen. Wir sind zwar dort auch auf einer Warteliste (Wartezeit ca. 3 Monate), aber bis zum nächsten Schuljahr geht sich das aus. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sich Eltern fühlen müssen, deren Kinder wirklich krank sind und die von einer Ecke in die andere geschickt werden.

Nele und der Lupus

 

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Caroline hat dieses Buch geschrieben, vor 2 Wochen wurde ich darauf aufmerksam, ich wusste ungefähr worum es ging. Genau das hat mich abgeschreckt – als große Schwester eines chronisch Kranken vermeide ich solche Themen, v.a. wenn es um wahre Berichte geht. Aber ich habe „Kreuzverkehr“ von Caroline gelesen und war fasziniert, „Vorbilder? Fehlanzeige“ war auch interessant, ich hatte das Gefühl etwas zu versäumen, wenn ich nicht von Nele lese.

Was soll ich sagen, ich habe mich getraut und auch dieses Buch in 2 Nächten verschlungen. Trotz der Tragik dahinter ist es das Beste, was ich bisher von Caroline gelesen habe. Sie schafft es mich mit ihren Beschreibungen derart in den Bann zu ziehen, dass ich die Personen und die Orte direkt vor mir sehe, ich habe das Gefühl dabei zu sein. Das geht soweit, dass ich mir beim Lesen schon Gedanken mache, wie es weiter ging. Nämlich weit über das Buch hinaus. In diesem speziellen Fall ist es aber auch gelungen die harten Fakten der Erkrankung ihrer Tochter präzise zu beschreiben ohne jemals kalt zu wirken. Genauso werden Gefühle thematisiert ohne schnulzig zu wirken. Arztberichte werden zitiert in einer Form, dass auch Laien das verstehen können. Sofern man diese grausame Krankheit verstehen kann. Obwohl ich von Anfang an wusste, wie es enden wird, wurde eine gewisse Spannung aufgebaut. Das Ende war dann weit schockierender als ich mir das jemals vorgestellt hätte.

Bei vielen Passagen konnte ich einfach nur nicken, ich war zwar erst 13 als mein Bruder an Epilepsie erkrankte, aber viele Erfahrungen sind wohl bei einer schweren Erkrankung eines Kindes die Gleichen. Die Ohnmacht, das Unwissen und die teilweise Unfähigkeit von Ärzten sich verständlich und v.a. menschlich auszudrücken. Auch die Auswirkungen innerhalb der Familie kenne ich zum Teil, das Unverständnis von teilweise echt nahe stehenden Personen, die denken, sie wüssten es besser, obwohl man nichts wirklich gar nichts wissen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Der Schock, wenn man einen Anfall erlebt, ja ich kenne dieses Gefühl, ich kann es allerdings nicht so gut in Worte fassen, ich war damals selbst noch ein Kind. Ich vermute, dass ich vieles verdrängt habe. Ich werde nur niemals in meinem Leben das Geräusch vergessen, das tief aus seinem Mund kam, fremd und verstörend. Er war 8, hatte immer eine glockenhelle Stimme und dann knurrt er plötzlich, wie ein wildes Tier. Und dann die Zweifel, hier natürlich aus dem Blickwinkel der Mutter, trotzdem kenne ich sie: warum ist er krank und nicht ich – diese Frage stellte ich mir viele Jahre!

Ich dachte immer, dass der Sinn solcher Bücher ist, dass die Menschen damit das Erlebte verarbeiten und vielleicht andere, ebenfalls Betroffene das Gefühl haben, dass sie nicht allein sind mit ihrem Schicksal. Hier geht es aber auch darum, dass das Wissen um eine Krankheit, die weitestgehend sogar unter den Ärzten, unbekannt ist, verbreitet wird. Dass eine gewisse Sensibilität unter uns Gesunden geschürt wird, dass chronisch Kranke oftmals nicht anders können, weil es nicht geht und nicht, weil sie das nicht wollen. Und nicht zuletzt geht es auch darum, dass die jahrelange Einnahme von schwersten Medikamenten die Psyche eines Menschen beeinträchtigt. Ich hoffe, dass noch sehr viele Menschen das Buch über Neles Schicksal lesen und dann darüber sprechen, damit wir alle ein wenig mehr Verständnis für kranke Menschen und ihre Familien aufbringen können!

 

 

Büroalltag

So auf der Couch liegend, von zuhause aus, schaut mein Schreibtisch gar nicht so schlecht aus 😜 aber vor Ort ist es tlw. zum Haare raufen. Dabei hab ich mir gestern in der Eiseskälte im Burgenland gedacht: morgen kein Außendienst, wird sicher super.

Dafür, dass die Massen derzeit auf den Pisten wedeln, läutet das Telefon heute unerhört oft. Und wieder so witzige Leute dran.

Ich: Firmenname, mein Name, was kann ich für Sie tun?

Sie: Ja, Grüß Sie, es gangad um die Xy gassn.

Ich warte geduldig, Stille, ich weiß dass wir das Haus verwalten, erkenne die Stimme aber nicht, Stille

Ich: und sie wohnen dort?

Sie: ah na, i bin da Rauchfangkehrer, t’schuldigens, i bin a scho ganz depatt

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Ein Mieter ruft an, sein Mietvertrag läuft Ende April aus, er wird verlängert, ich erkläre ihm, dass er sich Mitte April noch einmal melden soll und wir machen uns dann einen Termin aus. Er will jetzt einen Termin. Ich schlag den Kalender auf, stelle fest, dass der Tag vor dem 1. Mai schulfrei ist, die Woche vorher alles leer, frage wann er Zeit hat.

Er: ist es nicht besser, ich rufe 2 Wochen vorher an und wir machen Termin aus?

Ich: Ja, super Idee, so machen wir das.

Ich schwöre keine 5 Minuten später ruft er wieder an und sagt meiner Kollegin genau die gleiche Geschichte und bittet um Rückruf wegen Terminvereinbarung.

Eine Mieterin ruft panisch an, weil sie gleich die Ordination öffnet und nicht ins Haus kann. Der Haustorzylinder wurde erneuert, da kann es vorkommen, dass alte Schlüssel nicht mehr richtig sperren. Die Kollegin bringt ihr per Taxi neue Schlüssel, zum Glück ist trotz Schneefall nicht viel los, Ferienzeit, die Leute sind Skifahrern, auf den Malediven oder rufen bei uns an.

Der Anwalt eines Gerichtsverfahrens schickt mir heute gezählte 12 E-Mails, wenn ich seinen Namen lese, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Witzigerweise ist mir der Anwalt der Gegenseite sympathischer.

Irgendwo funktioniert trotz mehrfacher Reparatur die Therme immer noch nicht, es ist kalt und gibt kein Warmwasser, wie ich mir das Bitteschön vorstelle? Naja, ich könnte den Installateur zur Minna machen, aber ob der dann motiviert ist zum 5. Mal dorthin zu fahren?

Ein Glück, dass ich mir am Freitag frei genommen habe und mit den Kindern Eis laufen gehen werde 😎

Macho

Heute waren wir im Außendienst, 45 Minuten von Wien weg, eine der wenigen Liegenschaften, die wir außerhalb verwalten. Der Termin lag uns im Magen, eine Überprüfung und der, dessen Arbeit geprüft wurde, war auch da. Für ihn war der Termin Zeitverschwendung und hinausgeworfenes Geld. Telefonisch habe ich ihm versucht zu erklären, dass wir ihn nicht kritisieren wollen, dass dies nur der rechtlichen Absicherung dient. Keinerlei Verständnis, wir wurden als gehirnamputiert bezeichnet. Natürlich nehme ich das längst nicht mehr so persönlich, wie noch vor 10 Jahren, aber den Mann live zu sehen war nicht meine oberste Priorität. Es war dann gar nicht so schlimm, abgesehen von dem beißenden Wind, der nun scheinbar doch noch Schnee in den Osten bringt. Nachdem er mir dann 3 Mal ins Wort gefallen ist, hab ich nichts mehr gesagt und nur noch dümmlich gegrinst. Beinahe wären wir Freunde geworden,…

Liebling