Unruhe

Ich war noch nie sehr geduldig und leider trifft mich in diesem Zusammenhang auch nicht die Weisheit des Alters!

Ich hasse warten

Auf was oder wen auch immer. Im Rückblick betrachtet sind die Jahre zwischen 20 + 30 dahin geschlichen, die Jahre zwischen 30 + 40 sehr schnell vergangen und die letzten Jahre fliegen dahin, dass es nicht in Worte zu fassen ist. Jetzt könnte man sagen, dass meine jungen Jahre langweiliger waren, aber das ist nicht der Fall. Die erste Beziehung zu einem fast 20 Jahre älteren Mann war prägend und hat mich in die Welt (USA, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Mexiko) geführt.

Danach war ich 10 Jahre Single, meine erste eigene Wohnung, endlich ein Haustier, machen was man will, wann man will und mit wem man will! Viele Jahre nahezu jedes Wochenende im Waldviertel verbracht, über Stock und Stein geritten, das war auch nicht wirklich unangenehm!

Die Gegenwart ist geprägt von den Kindern, jede arbeitsfreie Minute mit ihnen verbringen, statt kochen und bügeln von Spielplatz zu Spielplatz tingeln. Erleben wie sie immer größer werden und eine nahezu unerschöpfliche Energie an den Tag legen. Also langweilig wird mir sicher nicht!

Ich wünschte mir nur langsam etwas mehr Geduld, eine gewisse Gelassenheit, das wäre Nerven schonend. Dass ich mit dem Spruch

Gut Ding braucht Weile 

endlich auch einmal etwas anfangen kann. Stattdessen habe ich immer noch eine gewisse Unruhe in mir, die mich an schlechten Tagen nicht schlafen lässt.

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Erwartung


Hier wartet mein Sohn in Tirol auf die Dampflok, er ist 5 und gefühlte 5 Jahre möchte er Dampflok fahren. Im Urlaub war es nun so weit. Ich wusste, es wird laut, schmutzig und stinkig, aber ich wollte ihm die Freude nicht nehmen. Wir waren direkt hinter der Lok, aber nur 5 Minuten, dann sind wir nach hinten gewandert. Es war ihm zu laut, schmutzig und stinkig. Es war ein Erlebnis und die Lok fasziniert ihn immer noch, aber er hat sich die Fahrt anders erwartet.

Ich weiß nicht, warum wir Menschen immer so viel erwarten. Es kommt doch meistens anders, oder? Je weniger man von einer Person oder einer Situation erwartet, desto weniger kann man entäuscht werden, oder? Obwohl ich diese Lektion mehr als einmal gelernt habe, ertappe ich mich immer noch dabei und bin dann frustriert.

Ich kann es kaum erwarten eure Meinung dazu zu lesen 😜

nur geträumt

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Von einem sehr lieben Freund für mich gemacht um meinen Lebenstraum darzustellen

 

Ich kann mich erinnern, dass wir in der Schule darüber gesprochen haben, dass jeder Mensch träumt aber nicht jeder Mensch sich erinnern kann.

Ich gehöre zu den Menschen, die sich an ihre Träume nicht nur erinnern, sondern sogar in Fortsetzung träumen können. Auch ist es mir schon öfter gelungen, mich bewusst aus einem Traum aufzuwecken. Ich träume in Farbe und oft so intensiv, dass ich die geträumte Emotion den halben Tag in wachem Zustand in mir trage. Das ist angenehm, wenn ich schön geträumt habe und kann mühsam werden bei schlechten Träumen.

Es ist nicht verkehrt zu sagen, dass mich meine Träume in der Realität beeinflussen. Ich habe z.B. 2003 geträumt, dass ich gekündigt werde und als die Kündigung ein paar Tage später ausgesprochen wurde, war ich zwar überrascht aber mit „Aha“ Effekt. Das wäre keine große Sache, wenn es Anzeichen für die Kündigung gegeben hätte, hat es aber nicht, meine Chefin war (mehr) überrascht als ich.

Ich kann mich heute noch an Träume erinnern, die ich in meiner Jugend geträumt habe und die mich vorsichtig gesagt, irritiert haben. Andere vergesse ich schnell wieder, vor allem je älter ich werde. Da ich schon auf meinem 1. Weblog interessante Träume gesammelt habe, werde ich das hier auch machen.

Bloggen

Bei Dominik Leitner ( ich bin leider zu unbegabt ihn richtig zu verlinken) habe ich die Tage zufällig das Projekt*.txt (das sollte auch ein Link sein) entdeckt! Sein 8. Wort Narrenfreiheit hat mich in Sekunden gefangen und der erste Beitrag hier war geschrieben. Mittlerweile habe ich den Tod der 91 jährigen fast Schwiegermutter in Worte gefasst und zig andere Ideen schwirren im Kopf herum! Plötzlich bin ich im Jahr 2003, wo ich mein 1. Weblog begonnen habe und spüre wieder das Kribbeln in den Fingern und im Kopf, wenn eine Geschichte raus will. Und diese ungeheuerliche Befriedigung, wenn der Text fertig ist! Seit 2009 habe ich diesen Zustand nicht mehr gespürt und jetzt frage ich mich, wie konnte ich ohne schreiben leben? Ok, ich habe dazwischen 2 Kinder bekommen, immer voll gearbeitet und bin oft nur zum lesen zu müde. Aber dieser Drang zur Kreativität, diese Erleichterung, wenn der Text fertig ist und der Stolz, wenn ein Echo folgt, einfach unbeschreiblich!

Ein langes Leben


Gemeinhin wünscht man sich zum Geburtstag alles Gute und ein langes Leben. Als ich mich am 6.7. von der einzigen fast Schwiegermutter, die ich je hatte verabschiedet habe, hat sich der langes Leben Wunsch relativiert. Da lag sie also im Bett, 45 Kilo Restmensch, ein Auge unnatürlich offen und trüb, das andere Auge tränend und zuckend. Wir haben uns seit 5 Jahren nicht mehr gesehen, davor war sie 15 Jahre Teil meines Lebens, erkannt hat sie mich nicht. Damit war zu rechnen, aber, dass ich sie nicht mehr erkennen werde, hat mich doch schockiert! Ich habe ihre Hand unter der Decke hervor geholt und an den Fingernägeln, die Mutter meiner ersten großen Liebe erkannt. 45 Minuten war ich bei ihr, streicheln, reden, beten und nachdenken über den Wunsch für ein langes Leben.

Meinungsfreiheit?

Ich habe eine strenge Erziehung genossen, meine Mutter vom Land, mein Vater Wiener und Patriarch. Legendär seine Worte: „Die beste Demokratie wäre eine Monarchie mit mir als König.“
Mit 16 war ich erstmals allein im Kino, die Vorstellung erst um 22:00 Uhr zu Ende und danach natürlich gleich nachhause. Ich musste zur Strafe in der Ecke stehen und bei besonders schlimmen Vergehen in der Ecke knien.
Trotzdem durfte ich meine Meinung sagen, habe unzählige Diskussionen mit meinem Vater geführt und wurde eine Person mit eigener Meinung. Durch meine erste Beziehung mit einem fast 20 Jahre älteren Mann, habe ich dann auch gelernt, diese meine Meinung laut zu sagen und zu vertreten. Durch Reisen um die Welt habe ich mein heutiges Selbstbewusstsein entwickelt und in den Jahren nach dieser Beziehung habe ich mich ausgetobt.
Auch, wenn meine Erziehungsmethoden weit entfernt von der „g`sunden Watschen“ der 70er Jahre ist, denke ich, dass ich meinen Kindern eine solide Basis an Liebe, Vertrauen und Kritikfähigkeit mit auf den Lebensweg gebe. Das Resultat werden wir erst später sehen.
In die Welt der modernen Medien mit Handy, Internetzugang rund um die Uhr und überall (ausser im Zug der ÖBB von Jenbach nach Salzburg) und Youtube Videos (wo Amokläufe in Echtzeit übertragen werden) bin ich langsam hineingewachsen. In der Oberstufe in meinem Gym in Wien gab es ein Freifach namens EDV ohne Benotung. Ich nutze diese Medien heute auch, sofern es meine karge Freizeit zu lässt oder mir praktisch erscheint (qando), aber ich kann einfach nicht verstehen, warum manche Menschen denken, dass sie im www Narrenfreiheit haben. Wie kann es sein, dass dort Beschimpfungen bis hin zu Todesdrohungen an der Tagesordnung sind? Das neue Wort, dass ich auch erst lernen musste dafür „shitstorm“ erscheint mir harmlos um manche solcher Texte zu beschreiben. Wie kann ich einen fremden Menschen für seine Meinung derart verurteilen, dass ich ihm den Tod oder etwas ähnlich Schlimmes wünsche? Wer zwingt diese Leute dort zu lesen, wenn sie den Inhalt nicht mögen oder eventuell nicht verstehen? Ich bin viel zu unwichtig und viel zu wenig präsent um jemals einem solchen Angriff ausgesetzt gewesen zu sein, aber in verschiedenen kleinen Foren habe ich solche Auseinandersetzungen schon mit gelesen.
Und es drängt sich mir der Gedanke auf, dass es um die viel geliebte Meinungsfreiheit im world wide web nicht weit her ist!