Tag 3

Ein einzelnes Flugzeug, da werden Leute heim geholt. Was für ein komischer Gedanke.

Ich habe wieder viel zu wenig geschlafen und werde um 9 von Rebecca geweckt, das Frühstück ist fertig ❤️ ich bin stolz wie selbständig sie mit ihren 9 Jahren ist, gerade jetzt umso mehr.

Danach testen wir das Schulfernsehen vom ORF und finden prompt eine schöne Doku vom Tierpark Schönbrunn mit der Info: macht euch keine Sorgen, die Tiere werden nicht krank und sind versorgt. Raphael ist beeindruckt und diskutiert trotzdem nachher, dass er den Pyjama nicht ausziehen muss, weil er eh nicht raus kann. In diesen Tagen nimmt er verstärkt vieles wortwörtlich, ist halt das Asperger Syndrom, aber durchaus mühsam. Wir finden einen Kompromiss: er darf einen Tag vom Wochenende dafür wählen.

Danach wieder „Schule“, 1 Stunde Deutsch, 1 Stunde Mathe, halbe Stunde lesen, dazwischen immer Pausen. Die Büro WhatsApp Gruppe ist sehr aktiv, betrifft nicht meine Häuser, aber man weiß es ja nie und schaut halt immer. Wenigstens gibts heute keine Corona Witz Bilder.

Danach einkaufen, ich habe fussläufig 2 Spar, 1 Penny, 1 Hofer, 1 Lidl, 1 DM und 2 Trafiken. Ich muss in 3 Läden um meine Sachen zu bekommen, aber ich hab alles. Der Verkehr in unserem sonst so umtriebigen Viertel gleich Null um 15:00 Uhr. Führe ein langes Gespräch mit der Chefin, macht sich Sorgen um Gelder, auf manchen Konten zu hohe Einlagen, Banken haften seit 2009 nur bis 100.000,- Euro. Sie hat, wie wohl Viele Stress zuhause. Die rumänische und die slowakische Pflegekraft gehen sich an die Gurgel. Verständlich, aber belastend. Der Chef hustet, muss schlimm sein diese Sorgen.

Unsere Toten haben im Gegensatz zu Italien, wo sie seitenlang namentlich in den Zeitungen genannt werden, keine Namen. Sie haben ein Alter und möglichst viele Vorerkrankungen, es ist alles nur noch widerlich. Die 27 jährige tote Oberösterreicherin war überhaupt derart schwer vor erkrankt, dass sie eventuell gar nicht wegen CoVid-19 gestorben ist. WTF?

Soeben die Nachricht, dass alle Gemeinden in Tirol unter Quarantäne gestellt werden. Man verlässt die Gemeinde nur noch zum Arbeiten oder einkaufen. Für Wien wäre das, wie wenn ich vom 2. Bezirk meine Eltern im 16. Bezirk nicht mehr besuchen könnte. Da sie in jeder Hinsicht Risikogruppe sind, mache ich das ohnehin nicht. Ich ruf jetzt die Freundin in Tirol an.

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