Tag 44+45

45 Tage also haben wir mit Ausgangsbeschränkungen gelebt, in 37 Minuten laufen diese aus. Ein historisches Ereignis geht zu Ende, es hat mit Pauken und Trompeten begonnen und endet irgendwie nebenbei in der Nacht zu einem Feiertag. Wenn man die letzten Tage in Wien beobachtet hat, war es wieder sehr viel voller auf den Straßen, die ersten Staus, auch bedingt durch Baustellen, gab es wieder. Ich hatte den ersten längeren Kundenkontakt im Büro, 20 Minuten gegen die Maske sprechen, ist extrem anstrengend.

Eben in der ZIB2 gehört, dass anscheinend die Verordnungen und Gesetze zu den Ausgangsbeschränkungen trotz der massiven Eingriffe in unsere Grundrechte verfassungskonform waren. Jedenfalls und das ist unbestritten haben wir die Kurve abgeflacht und bisher „nur“ etwas über 500 Corona Tote. Ebenfalls unbestritten ist der enorme wirtschaftliche Schaden, den vermutlich meine Kinder noch abzahlen werden. Blickt man aber in die Nachbarländer, die gesamte EU oder auch auf die Weltwirtschaft: alle haben diesen enormen wirtschaftlichen Schaden, nur eben noch zusätzlich mehr Tote. Selbst Schweden hat eine hohe Mortalität und auch dort ist der wirtschaftliche Schaden enorm.

Persönlich haben mich die letzten 45 Tage extrem stark beeindruckt, ich habe ein sehr aufdringliches Gefühl der Sucht nach Nachrichten entwickelt. Erst die letzte Woche habe ich wieder begonnen Bücher zu lesen und gemerkt, wie gut mir das tut. Das 4. Oxen Buch ist nach 3 Tagen fertig gewesen und Erebos 2 ist auch bald wieder zu Ende. Nach ca. 2 Wochen war mein Angstschmerz wieder weg, die Schlaflosigkeit begleitet mich jetzt schon sehr lang, aber das wird sicher auch wieder besser. Die Kinder sind neugierig auf die Schule, ich ehrlich gesagt auch. Rebecca ist am 13.3. flachbrüstig von der Schule heim gekommen. Sie wird am 18.5., 5 Tage vor ihrem 10. Geburtstag mit 2 kleinen spitzen Ansätzen am Oberkörper wieder in die Schule gehen und heuer im Sommer fix nicht mehr oben ohne gehen. Wie heißt es so schön: das Leben geht weiter,….

Tag 42+43

Gestern gab es interessante Zahlen zur Übersterblichkeit, also der Anzahl an Verstorbenen im Vergleich zum Zeitraum 2019. Die Zahl ist natürlich regional verschieden, aber es ist deutlich erkennbar, dass wir nicht von einer normalen Grippewelle sprechen.

Ganz großes Thema war gestern noch der mediale Umgang der Bundesregierung im März. Diversen Sitzungsprotokollen ist zu entnehmen, dass die Bevölkerung bewusst in Angst versetzt wurde, damit sich möglichst Viele an die Ausgangsbeschränkungen halten. Im Gegenzug wurde versichert, dass es zu keinen Versorgungsengpässen kommen wird, damit nicht unnötig gehamstert wird. Meine Meinung zur Kriegsrhetorik habe ich früher schon einmal beschrieben. Abgesehen davon, dass der Österreicher generell sehr obrigkeitshörig ist, mir haben nicht die Worte von Herrn Kurz Angst gemacht. Mir haben die Zahlen der täglich Verstorbenen Angst gemacht. Erst in Italien, dann in Spanien und dann in Frankreich. Ich war einfach nur froh, dass wir zuhause bleiben mussten. Mittlerweile ist die Wahrscheinlichkeit sich in Österreich anzustecken extrem gering geworden und ich bin ehrlich neugierig, wie das weiter geht. Denn ausgerottet ist das Ding nicht.

Heute war ein Student aus Deutschland im Büro, Schlüssel abholen. Wir haben knapp vor dem 13.3. den Mietvertrag gemacht. Ich war neugierig, wie die Einreise war. Also mit dem Zug und einem negativen Corona Test, kein Problem. In Deutschland hat er den Test um 50 Euro beim Hausarzt gemacht, schätze meine Ärztin würde einen Lachkrampf bekommen, wenn ich das wollte. An der Grenze gab es keine Kontrolle, war alles easy und jetzt freut er sich aufs Wohnung einrichten, Uni ist ja erst im Herbst wieder. Na, dann, gutes Gelingen!

Tag 41

Durch regelmäßiges Schreiben in den letzten 6 Wochen und ebenso regelmäßiges verlinken durch Caro, habe ich letztens ein kleines Jubiläum geschafft. Schön, dass hier doch so viele vorbei schauen und meine Gedanken lesen. Ich finde es spannend, wenn im Lauf des Tages die likes eintrudeln und irgendwie zaubert das immer ein Lächeln in mein Gesicht. Dieter war in den letzten Wochen übrigens meist der Erste hier, direkt nach Veröffentlichung.

Neulich war Herr Drosten zu Gast in der ZIB2 und da er auf Twitter so ein Guru ist, war ich schon sehr gespannt ihn einmal zu hören. Ich höre mir generell keine Podcasts an, tagsüber bin ich so gut wie nie allein, da lese ich lieber. Also ich kann verstehen, warum er so beliebt ist. Er redet sehr angenehm und für einen Wissenschaftler doch in Worten, die man gut verstehen und nachvollziehen kann. Er kommt authentisch rüber und wirkt nicht abgehoben. Das Interview war informativer als so einiges, was ich bisher gesehen habe. Wenn auch die Nachricht, die ich jetzt schon oft gehört habe, dass erst ein Impfstoff Erleichterung bringen wird, ernüchternd ist.

Morgen starten wir in Woche 7, langsam lockert auch Spanien die Maßnahmen. Wobei das dort bedeutet, dass die Kinder nach 6 Wochen !! für 1 Stunde raus dürfen! Unglaublich wie streng man dort vorgehen musste, bei uns wird gegen die Einschränkung der Grundrechte gestreikt, die Spanier müssen denken, wir spinnen. In Frankreich dauert das mit den Lockerungen noch, auch dort sind die Maßnahmen um ein Vielfaches strenger. In Schweden gab es kaum Maßnahmen, man hat an die Eigenverantwortung der Menschen appelliert. Vorerst steigt die Mortalität, man wird sehen.

Bisher habe ich mein Leben in die Zeit vor und nach der Geburt der Kinder geteilt, damals war ich 40. Das Leben davor ist fern und fremd. Nun wird wohl noch das Leben vor und nach Corona dazu kommen, ich werde heuer 50. Leider ist nicht absehbar, wann das Leben nach Corona beginnen wird.

Tag 39 + 40

40 Tage Ausgangsbeschränkungen, ich hatte heute eine kleine Auszeit. Für einen Transport ein car2go geborgt und weil ich schon in der Nähe war, schnell die Höhenstrasse rauf und Wien von oben betrachtet. Ich liebe diese Serpentinen, zumindest, wenn ich selbst fahre und derzeit Null Verkehr da rauf. War schön mal ganz für mich zu sein, wenn auch nur kurz. Eine Atempause nach 6 Wochen Ausnahmezustand.

Heute haben wir also erfahren wann und wie die Kinder wieder in die Schule gehen werden. Am Anfang der Krise habe ich gar nicht mehr damit gerechnet, nun sind die Zahlen so gut, dass es wohl doch gehen wird. Ab 18.5., die Details werde ich sicher noch einmal zur Sprache bringen, derzeit klingt alles sehr konfus. Unsere Lehrer haben schon nächste Woche eine Konferenz dazu und da ich im Elternverein bin, werde ich sicher bald mehr wissen.

Lebensmittel einkaufen war ja noch nie mein liebstes Hobby, aber derzeit ist das eine echte Geduldsprobe und ich bin richtig genervt davon. Bank, Post, Trafik, Lidl und Spar, 2 Stunden unterwegs, Horror pur. Bei 25 Grad Außentemperatur mit der Maske im Bus ist auch nur semi optimal. Ja ich weiß eh, ich habe Arbeit und bin gesund,….

Viele Menschen sind frustriert, weil der heiß ersehnte Urlaub wohl heuer ins Wasser fällt oder halt zumindest anders aussieht. Ich war jahrelang nicht weg, mit der großartigen Ausnahme in der Steiermark, und wie es aussieht werde ich wohl gerade heuer einen Urlaub an einem See machen. Ein ganz lieber Kunde von uns, hat die Kinder und mich in sein Seehaus eingeladen und ich hatte gar keine Chance nein zu sagen. Ich bin sehr gespannt. Da ich die Betreuung der Kinder mit dem Vater der Kinder geteilt habe, bin ich mit dem Sonderurlaub gut ausgekommen und habe genug Urlaubstage für den Sommer.

So wie es ausschaut werden die Ausgangsbeschränkungen Ende April enden, mal sehen, ob ich dann weiterhin so fleißig schreiben werde. So regelmäßig habe ich das noch nie gemacht, aber es war wichtig für mich, meine Gedanken zu ordnen und meine Fassungslosigkeit in Worte zu fassen.

Tag 37+38

Gestern war es in 6 Wochen das 2. Mal soweit: ich bin kurz nach 22 Uhr eingeschlafen. Habe nichts mehr mit bekommen und durchgeschlafen bis 6 Uhr. Ein herrliches Gefühl einmal direkt ausgeschlafen zu sein.

Heute war also wieder „Schule“, Raphael bekommt neue Lerninhalte via sofatutor und schaut sich in der Pause Physik und Chemie der 7. Schulstufe an 😎 morgen hat er 1 Stunde Mathe via Internet mit Lehrerin und 3 Mitschülern. Bin mal gespannt, was er nachher erzählt. Nach erster Überforderung wegen vieler Zettel auf einem Haufen, läuft es bei Rebecca auch gut. Heute wurde in der ZIB gesagt, dass 3. + 4. Klasse Volksschule und Unterstufe ab Mitte Mai wieder zur Schule gehen werden. Bin gespannt!

Ich habe an solchen Tagen, wenn alles gut läuft, sogar den Haushalt gut im Griff. Und sogar zwischendurch Freizeit mit Buch in der Sonne. Mit Schmerzen aus der Perioden Hölle wohl verdient, wie ich meine.

Politisch wird es wieder spannender, die Opposition ist aus der Schockstarre erwacht und meldet sich (kritisch) zu Wort. Ob das was bringen wird, wird sich zeigen. Die Regierung befindet sich in einem Hochflug der Umfragewerte, wie keine andere der letzten 30 Jahre. Anfangs haben die Herrschaften ( das sag ich jetzt einmal absichtlich so, weil die Damen, die ich bisher gesehen habe, waren leider durchwegs enttäuschend) wirklich gute Arbeit geleistet! Aber jetzt bin ich der Meinung, dass sie sich verzetteln und sehr viel „wenn-aber-vielleicht-darüber hinaus“ medienwirksam von sich geben. Wenn sie gewisse Dinge noch nicht entscheiden können, dann sollen sie mit den Pressekonferenzen darüber aufhören. Das tut in den Ohren weh.

Morgen wieder ins Büro, mal sehen was mich da wieder schönes erwartet. Ich warte auf die Reaktion eines Gerichtssachverständigen. Dann kann ich mit den Sanierungsarbeiten eines völlig vergeigten DG Ausbaus beginnen. Vor ein paar Wochen war das noch spannend, bis der Ausbruch der Pandemie deutlich machte, was Spannung im Leben wirklich bedeutet.

Tag 36

Das Wochenende war emotional anstrengend und somit hatte ich heute ein sehr dünnes Nervenkostüm. So also in die kinderleere Schule zu fahren, war nicht hilfreich. Dann musste ich dort 10 Minuten warten, starrte also die leere Schule und den angrenzenden leeren Hort an und hatte einen Knödel im Hals. Rebeccas Abschlussjahr, sie sollte sich auf diverse Abschlussfeiern freuen, auf die Klassenfahrt im Mai. Sie hätte den Fahrradführerschein gemacht. Statt dessen heiße Tränen heute Abend als sie das ganze Lernprogramm für die nächsten 10 Tage sieht.

Raphael ist heute morgen kurz vor 7 Uhr mit schlafverklebten Augen zu mir gekommen um kurz zu kuscheln. Ich war gestern so streng zu ihm, mein Herz blutet. Ich erinnere mich an meine Kindheit, mein Vater ging morgens, wenn ich noch schlief, und kam abends, wenn ich schon schlief. Oft bin ich morgens aufgewacht, wenn die Tür ging und schnell zum Lift gelaufen, damit ich ihn wenigstens einmal am Tag kurz sehe.

Ich bin todtraurig ins Büro gekommen und erst im Laufe des Vormittags hatte ich den Kloß im Hals geschluckt. Vorhin habe ich gemerkt, dass meine Periode begonnen hat, das erklärt zum Teil die dünne Haut. Wobei wie alt muss man werden, dass einen diese immer wiederkehrenden Hormonschwankungen nicht derart beeinträchtigen?

Der Kanzler der Herzen war im CNN Interview, was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht – sein Höhenflug wirkt auf mich sehr ungesund,….

Tag 35

Heute war ja unser aller freier Tag (Sonntag), aber aus Gründen musste Raphael eine Aufgabe fertig machen. Nach 5 Wochen zuhause lernen, hat sich schon die letzten Tage abgezeichnet, dass es immer schwieriger mit ihm wird. Heute war ich einmal sehr konsequent, habe ihn schreien, toben und weinen lassen (habe mein blutendes Herz nicht gezeigt) und er hat es natürlich letztlich geschafft. Die Aufgabe fertig, eine Zusatzaufgabe noch dazu, im Grunde hat er für eine Aufgabe, die 30 Minuten dauert, 2,5 Stunden gebraucht. Am Schlimmsten für ihn war, dass er am arbeitsfreien Tag arbeiten und dass Rebecca nichts tun musste. Wenn ich daran denke, dass der Kleine Mitte Mai nach 9 Wochen zuhause wieder für 6 Wochen zur Schule geht, damit er dann 9 Wochen Ferien hat,…..

Apropo Ferien: Frau Köstinger, Tourismusministerin, denkt nach, wie man die Wirtschaft in einem Land, dass vom Tourismus lebt ganz schnell wieder ankurbeln kann. Ihre Idee: wir könnten die Grenzen für unsere Nachbarn aus Deutschland rasch wieder öffnen, damit sie statt Richtung Süden bei uns durchzufahren, einfach bei uns Urlaub machen. Ich habe 3 Tipps für die Frau Ministerin:

1. nach den Pflegekräften und den Erntehelfern nicht vergessen die Tourismushelfer einfliegen zu lassen, dabei die 2 Wochen Quarantäne mit einrechnen.

2. da Ischgl speziell und Tirol generell vielleicht im Moment negativ belastet sind, die erholsamen Gebiete in Österreich anpreisen, aber nicht das Erholungsgebiet am Neusiedlersee erwähnen, da dürfen nur Anrainer hin.

3. die Werbung in der BILD präsentieren und mehrmals den Kanzler der Herzen erwähnen, der ist dort noch beliebter als bei uns, was fast nicht denkbar ist.

Ja, ich weiß, ich bin im Moment frustriert, aber diese Woche war kräfteraubend und leider, wenn die Mama am Ende ist, läuft es auch zuhause nicht richtig rund. Morgen muss ich vor der Arbeit in die Schule das Lernzeug abgeben und neues holen. Morgen ist der 20.4., ihr wisst schon welcher komplett gestörte Österreicher morgen Geburtstag hätte.

Tag 34

Es gibt Kokosnüsse aus Chile und auch sonst summt und brummt die Stadt seit Dienstag. Ich merke kaum einen Unterschied zu „früher“, außer vielleicht in den Öffis. Und die Kinder sind zuhause. Die Ausgangsbeschränkungen beziehen sich also mit Ausnahmen von einzelnen Branchen, hauptsächlich auf mein Bewegungsverhalten in meiner Freizeit. Nach der Arbeit und dem Einkauf soll ich Niemand außerhalb meiner Wohngemeinschaft treffen. Ich muss also stundenlang mit ätzenden Kollegen meine Zeit verbringen, darf aber nachher meine Freunde nicht treffen? Schräg, so eine Pandemie.

Oft lese ich von einem Vergleich mit der Nachkriegszeit, Wirtschaft auf dem Stand von 1952 (in Österreich), Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Für mich hinkt der Vergleich, weil damals waren Städte, Fabriken und Infrastruktur zerstört, soweit ich weiß, funktioniert das heute alles noch. Die s.g. Trümmerfrauen haben wohl auch kein Home Office gekannt. Die Nachrichten, empfangen von einem analog Radiodings mit Antenne, wurden abgelöst von 24/7 Breaking News am Handy. Wohl kaum vergleichbar mit Kriegszeiten.

Da sich diese Ausgangsbeschränkungen über die ich hier seit Tag 1 berichte, gefühlt schon krass dem Ende nähern, ich weiß gar nicht genau wielange die hier in Österreich noch gelten, hoffe ich für meine umfassende Berichterstattung 😜, dass ich das offizielle Ende nicht verpasse.

Tag 33

Im Kurier ist heute Tag 34, seit ein paar Tagen geht das so und ich frage mich ob der Schalttag vom Februar auf April verlegt wurde,…

Meine Tochter hat heute mein Handy für Video Chat mit bester Freundin ausgeborgt und ich habe dieses Bild in meiner Galerie gefunden, also nehm ich das für meinen Tag 33. in meiner Kindheit war Fernsehen im Gegensatz zu heute zeitlich und thematisch ziemlich begrenzt, somit weiß ich etliche Jahre später noch, dass ich Flipper immer gern gesehen habe.

Seit Dienstag sind also viele Geschäfte wieder offen, ich habe trotzdem kein Bedürfnis danach. Shoppen gehe ich sowieso sehr selten, weil das Geld dauerhaft knapp ist und im Augenblick nervt allein schon der Lebensmitteleinkauf! Ich war heute Vormittag beim Hofer, seit Juni 2019 gibt es eine Filiale im Nachbarhaus und ich freue mich immer noch extrem darüber! Ich habe das Wagerl gut gefüllt, aber nicht übermäßig, durch die Abstandsregel wirkt die Schlange halt auch krass, jedenfalls möchte eine Dame mit 2 Becher Joghurt und Erdbeeren vor. Erklärt mir noch wortreich, dass sie gar kein Wagerl gebraucht hätte, aber wegen Corona bla bla bla. Ich bin alles in allem 10 Minuten nach ihr raus gekommen, steht sie draußen und labert mit den Damen vom Hofer. Ich war knapp dran zu fragen, warum sie es so eilig hatte. Normalerweise wäre mir das aber gar nicht aufgefallen und jetzt graust mir ein bißchen vor mir selbst und meinen kleingeistigen Gedanken! So bin ich nicht! So will ich nicht sein!

Die Kinder erzählten heute beim einschlafen Geschichten aus der Schule, zum ersten Mal höre ich diese Details, die sie nie erwähnt haben. Einerseits gut, wenn sie darüber reden und besser spät als nie, aber ich frage mich halt schon, warum nicht tagesaktuell? Möglichkeiten haben sie, ich frage prinzipiell immer, wenn ich heim komme, wie es ihnen geht und wie der Tag war. Wir kuscheln beim Einschlafen. Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn die Tage sonst so voll sind, viele Dinge untergehen, die jetzt nach 5 Wochen Isolation vor kommen. Ich möchte lernen, wie ich es später, wenn alles wieder läuft, noch besser machen kann.

Tag 32

Gott sei Dank bin ich morgen zuhause, der Gedanke hat mich durch den Tag getragen. Die wichtigste Nachricht heute vom Statiker: die Bewohner können vor Ort bleiben, sollen aber das gefährdete Zimmer meiden – klingt für mich nicht super erlösend,…

Nachrichtentechnisch kaum etwas mitbekommen, man ist aber auch schon schwer Corona gesättigt in der 5. Woche! Habe vorhin Tränen gelacht beim Podcast von den Herrn Niavarani, Eckel und Sarsam, die gemeint haben: es dreht sich derzeit alles nur um Corona und zwar seit über 30 Tagen, es könnten Außerirdische landen und wir würden nur auf Abstandsregel und Maskenpflicht hinweisen.

Ich freue mich auf 3 freie Tage und eine Mütze Schlaf!