05.09.2020

Wir sind ein letztes Mal im Freibad. War ich auch noch nicht oft, im September. Noch bemerkenswerter ist nur, die Zahnlücke, die mich seit Donnerstag Mittag beschäftigt. Vorderzahn! Einfach abgebrochen, Rest darf gezogen werden, Teilprothese inklusive. Nicht nur ein finanzielles Desaster, sondern ein weiterer Meilenstein bei diesem „Alt werden“.

Am Montag beginnt die Schule in Wien, Freitag Nachmittag haben Volksschule und Gymnasium Nachrichten geschickt, WIE dieser Schulstart aussehen wird. Sie mussten die Corona Ampel abwarten. Wien wird als gelb auf der vierstufigen Skala eingeschätzt, das heißt u.a., dass die Kinder das Schulhaus nur mit Maske betreten dürfen. Für die 4. Klasse Volksschule ist das relativ egal, wir kennen uns, wir sind vernetzt. Aber, dass wir für die 1. Klasse Gymnasium erst gestern Nachmittag informiert wurden, finde ich schwach. Am Montag um 8:10 Uhr werden die 1. Klassen am Sportplatz eingeteilt, 120 Kinder stehen im Regen und suchen ihren Klassenvorstand. Dann gehen sie gemeinsam in ihre Klassen, wegen Corona Ampel gelb, bleiben die Eltern draußen. Ja, ich weiß, mit 10 sind sie eh schon groß, aber mich interessiert halt mehr als die Koordinaten der Schule.

Ich habe erstmals mit einem CoVid19 Genesenen gesprochen, ein Handwerker von uns, Mitte 40. Begonnen hat es damit, dass er den Eierlikörkuchen zum Geburtstag nicht gerochen hat. Naja, eben die Nase verlegt. Am nächsten Tag hat er ihn aber auch nicht geschmeckt. Dann kam schon Fieber. 2 Wochen und 3 Test später war er immer noch positiv. Am schlimmsten hat er die Knochenschmerzen empfunden, die er immer noch tlw hat und die Schweißausbrüche bei jeder Bewegung. Ihm wurde gesagt, dass er einen „schwachen“ Virusstamm erwischt hat und demnach eine leichte Infektion. Er wünscht das trotzdem keinem. Die Freundin hat Asthma und daher eine Lungenentzündung zusätzlich bekommen. Die Mutter wird nach 4 Wochen immer noch beatmet. Zeitgleich mit seiner Erkrankung haben in Berlin Tausende gegen die Corona Maßnahmen demonstriert. Ich verstehe das alles nicht mehr.

Ich möchte noch etwas positives zum Schluss erzählen. Wir hatten heute ein Übernachtungskind, die beste Freundin der Tochter. Sie war schon oft bei uns, auch über Nacht. Ihre Eltern sind getrennt, die Mutter ist leider alkoholkrank. Wie bei uns üblich wird beim Frühstück gequatscht, dies, das, bla, blubb. Wir reden auch wieder über WhatsApp, meine Kinder dürfen es nicht haben, wir reden wieder darüber, warum und wieso. Danach räumen die Kinder den Tisch ab und das Mädel kommt zu mir, umarmt mich und sagt:“Ich bin so gern bei Euch.“ ❤️

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