Umschulung

Seit 23.8. besuche ich nun den Kurs zur Lern- und Freizeitpädagogin. Hier ist meine erste Workshopaufgabe zu sehen, wir sollten in Kommunikation ein Bewegungsspiel erfinden.

Es ist meine erste Ausbildung seit knapp 20 Jahren und krass anders als gewohnt. Am ersten Tag wurde der Stundenplan verteilt und gleich in der ersten Woche hatten wir einen Workshoptag eingeteilt an dem wir zuhause arbeiten sollten. Aber was, nach dem ersten Tag im Kurs? Unser Kurs bildet auch zur Kindergruppenbetreuung aus und da hier 25 Wochenstunden vorgesehen sind, waren diese Kolleg:innen beschäftigt. Letztlich sollten wir auch anwesend sein, aber dies nur auf Nachfrage. Bereits ab 6.9. ist ein Praktikum für 3 Wochen vorgesehen, welches wir selbst finden müssen, wie auch immer. Dann gibt es am Ende des Monats noch 2 Unterrichtstage. Alles wirkt etwas unzusammenhängend. Ein Wochenende ist für den 16 stündigen Erste-Hilfe-Kurs blockiert, aber 3 Tage später haben wir erfahren, dass dieser Termin noch nicht fixiert wurde. Mittlerweile wissen wir, dass er Ende Oktober statt finden wird.

Extrem störend ist, dass immer wieder zwischendurch die Tür aufgeht und entweder der Raum durchquert wird um im dahinter liegenden Abstellraum etwas zu holen. Oder gleich der Vortragende etwas gefragt wird. Das stört die Konzentration, aber vielleicht liegt das auch an meinem Alter. Ich muss ja nicht extra erwähnen, dass ich mit Abstand die älteste Kursteilnehmerin bin.

Die Vortragenden sind bisher Alle sehr nett und haben ihr Handwerk gelernt. Das ist die erste Ausbildung meines Lebens, die wirklich sehr praxisbezogen ist. Jede/r kommt aus der Branche und gibt zig Beispiele. Die Inhalte sind interessant, selbst, wenn man nicht später Kinder betreuen möchte. Naja und vieles ist mir dank meiner Lebenserfahrung klar. Die Prüfung am 23.12. wird ein Mulitple-Choice-Test sein und ich schätze, dass das machbar ist.

Ich habe also heute, nach unzähligen Bewerbungen in meiner alten Branche, die ich gezwungen war zu schreiben, erstmals eine Bewerbung mit Herzblut abgeschickt. Angeblich werden Praktikumsplätze rasch und gerne vergeben, weil Praktikant:innen gratis Arbeitskräfte sind. Außerdem beginnt am 6.9. die Schule wieder bei uns. Und eine 50 Jährige Praktikantin hatte sicher auch noch Niemand in seinem Team 🤣

Es ist ja immer was,..

Wie auf diesem Bild vom 17.7.21 die Supergewitterzelle braute sich etwas zusammen. Meine Mutter ist chronisch krank, mittlerweile seit Jahrzehnten, d.h. es geht ihr einmal schlecht und dann wieder schlechter. Und im Sommer prinzipiell immer noch schlechter. Dieses Jahr ganz schlecht. Zusätzlich zu den „normalen“ Schmerzen kamen Kreuzschmerzen weiter oben und ein Druck in der Brust. Am Dienstag hat mein Vater nun gegen ihren Willen die Rettung gerufen und ihr damit wohl das Leben gerettet —> Herzinfarkt

Sie hat einen Stent bekommen und ist erstmal außer Gefahr, weitere Untersuchungen stehen an. Für Jeden ist ein Krankenhausaufenthalt mühsam, aber für meine Mutter, die kaum noch das Haus verlässt ist das eine Qual. Ohnehin geschwächt liegt sie jetzt auf der Herzüberwachung und ich kann bei weitem nicht nachempfinden, wie es ihr damit geht. Dank Corona darf jeder Patient nur 1x/Tag Besuch empfangen, d.h. die Zeit wird sich endlos dehnen. Dazu die Sorge vor den kommenden Untersuchungen, wofür ein Transfer in ein anderes Krankenhaus notwendig ist.

Sie telefoniert nicht gern und hat selbst meinem Vater gesagt, dass er nicht anrufen soll, weil ihr das zu mühsam ist. Auch wenn ich ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihr habe, sie tut mir unendlich leid! Ich kann ihr nicht helfen, das konnte ich nie, aber wüsste ich, was ich tun könnte, würde ich es tun! So werde ich sie Samstag besuchen und hoffe, dass sie bald nachhause darf. In ihrem Fall kann es eigentlich nur besser werden.

Sommer 2021

Bei meinem letzten Beitrag standen uns die vergangenen Hitzewellen und der Sommer noch bevor. Mittlerweile hat sich das typische österreichische Augustwetter breit gemacht und unser Standventilator steht seit 2 Wochen still. Mir soll es Recht sein, die Hitze in der Stadt ist unerträglich!

Die Kinder haben heuer erstmals das Meer gesehen, eine ganz liebe Freundin hat das möglich gemacht! Da der Sohn und lange Autofahrten nicht kompatibel sind, war schon die Anreise nach Jesolo ein Erlebnis. 8,5 Stunden mit dem Zug nach Venedig und dann 2x Wasserbus. Das Meer hat alle Stücke gespielt, 3 Tage unglaubliche Wellen und dann immer ruhiger. Am letzten Tag war es so, wie ich es aus Lignano kenne. Ich war vor 13 Jahren das letzte Mal am Meer und habe voll vergessen wie salzig das Wasser ist. Ich kann immer noch nicht fassen, dass ich gerade in dieser schwierigen Lebenssituation und im 2. Corona Sommer in Italien war.

Meine Lebenssituation wird sich auch ändern, meine Ausbildung wurde vom AMS bewilligt! Ich werde ab 23.8. eine Umschulung besuchen und bin (sofern ich die Prüfungen schaffe) ab 24.12. ausgebildete Freizeitpädagogin. Nächstes Frühjahr kann ich mich dann auch für die Uni bewerben und könnte ab Herbst 2022 die Ausbildung vertiefen. Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, weil der Arbeitsminister im Juni Verschärfungen angekündigt hat und ich aus einem sehr aktiven Bereich komme und dazu dort sehr gut qualifiziert bin. Aber es kam die Zusage und mir sind viele Steine vom Herz gefallen. Bald gehts los und ich bin ziemlich aufgeregt.

Die Entfernung der Gallblase verlief problemlos, das Gefühl im OP brauche ich nach wie vor nicht. Dieses Ausgeliefertsein, dieses Hantieren der Leute rundherum, diesmal habe ich ernsthaft Panik bekommen als ich zufällig bemerkt habe, dass Arme und Beine schon fixiert waren. Es gab auch diesmal kein rückwärts zählen oder sowas. Einfach das Kommando: Fang an und ich war weg. Der Stein ist echt riesig, wirklich Jeder im Krankenhaus hat den „bewundert“. Bis 10 Tage nach der OP habe ich mich unrund gefühlt, mochte nicht sitzen, liegen, stehen oder gehen. Dazu bleierne Müdigkeit und ständiges Völlegefühl, aber es wurde langsam besser. Und es gibt fix schlimmeres!

7 Tage nach der OP habe ich meinen ersten Stich abgeholt und ich hatte überhaupt keine Nebenwirkungen. Die Müdigkeit hatte ich seit der OP und sonst gab es nichts. Auch der 2. Stich verlief völlig unspektakulär, 3 Tage später war ich 10 Stunden nach Italien unterwegs. Ich hatte nur am Abend der Impfung einen komischen Geschmack im Mund, das war’s. Jedenfalls hoffe ich, dass die Immunisierung gewirkt hat und bin schon ziemlich erleichtert, dass ich geimpft bin.

Raphael wurde 10 im Juni, jetzt sind beide Kinder „groß“. Er hat die AHS Reife geschafft und wird im September mit Rebecca die gleiche Schule besuchen. Wenn das nicht funktioniert für ihn, muss ich mir was Neues überlegen, aber im Jänner zur Schulanmeldung stand die Übersiedlung bevor und ich hatte keine Kraft einen anderen Weg zu gehen. Jedenfalls wird er für 5 Stunden/Woche Assistenz bekommen und wer weiß vielleicht geht es sogar gut!

Es bleibt also spannend bei tilak und einen großen Brocken gibt es noch zu erledigen: der Vater der Kinder muss einen eigenen Weg gehen, wie auch immer!