Happy New Year?

Fangen wir mit der guten Nachricht an: ich habe die Prüfung am 23.12. tatsächlich bestanden! Eigentlich kann ich es heute, genau eine Woche später, immer noch nicht glauben. Den Demotest 2 Tage vorher habe ich nicht geschafft, wenigstens konnte ich diese Erkenntnis zuhause in distance gewinnen. Multiple Choice und ich werden in diesem Leben einfach keine Freunde mehr. Wenn tatsächlich alle 4 Antwortmöglichkeiten richtig sind, werde ich immer nervös, weil das in meiner Vorstellung nicht richtig sein kann. Am Prüfungstag dann die Erkenntnis: ich bin einfach zu alt für so eine Action. Prüfungsangst begleitet mich seit meiner Schulzeit und wird auch mit 51 nicht besser, eher im Gegenteil. Direkt nachdem Drücken der enter Taste wirft der Computer das Ergebnis aus -> geschafft! Dann musste ich 2 Stunden auf das Zertifikat warten, mit Übelkeit im Magen und dezent wackeligen Knien. Witzigerweise frage ich mich seit die Erleichterung verdaut ist, welche 6 Fragen ich nun eigentlich falsch hatte.

Die schlechte Nachricht betrifft meine Mutter. Seit ihrem Herzinfarkt im August, erholt sie sich nicht. Vorher schon Jahrzehnte lang chronisch krank, geht es ihr jetzt immer schlechter. Sie hat direkt nach dem Infarkt im Krankenhaus besser ausgesehen als jetzt. Gestern war ich zu Besuch, es tut weh ihr beim Leiden zuzusehen. Ich habe bei weitem keine gute Beziehung zu ihr, aber sie ist meine Mutter. Mein Vater und mein Bruder pflegen sie, meine allergrößte Hochachtung! Ich weiß nicht, wie sie das schaffen. Beim Verabschieden sagt sie dann:“Wenn wir uns nicht mehr sehen,…“ ich habe das auf den Jahreswechsel bezogen, sie meinte es endgültiger. Das und ihre Worte dazu haben mich tief getroffen, wir haben uns weinend umarmt. Dieser Abschied lässt mich nicht mehr los.

4 Kommentare zu „Happy New Year?“

  1. Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung und alles Gute zum neuen Jahr. Die Sorge um deine Mutter tut mir sehr leid. Auch bei den Abschieden sollte es eine Verschnaufpause geben. Ich erinnere mich an eine ähnliche Situation mit meinem Opa, wie er auf seiner Bank vor dem Haus saß und mit Tränen in den Augen mich verabschiedete und meinte, nun hätten wir uns wohl zum letzten Mal gesehen. Diese Szene wiederholte sich allerdings mehrere Jahre, in denen er mir noch erhalten blieb. Und doch blieb mir jedes Mal fast das Herz stehen im Angesicht der unausweichlichen Endgültigkeit des letzten Abschiednehmens.
    Diese Zeilen sollten dir jetzt ein wenig Hoffnung und Trost sein, doch ich bin nicht mehr so sicher, ob das wirklich so gelungen ist.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich rede mir mittlerweile ein, dass es die Medikamente waren, die sie vorher nahm. Wobei trotzdem der Schock, dass sie sowas sagt und v.a. was sie sagte, immer noch sehr groß ist. Danke für deine Worte! Und Euch auch alles Gute für 2022!

      Gefällt 1 Person

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