14 Tage Krieg in der Ukraine

Ich verstehe die historischen und globalen Zusammenhänge zu wenig, um die Lage beurteilen zu können. Aber ich verstehe, dass der Krieg 450 km von Wien entfernt ein Horror ist. Mir fehlen die Worte um die Gefühle zu beschreiben. Aber ich mache mir natürlich meine Gedanken. Als wären die Folgen der Pandemie nicht schon schlimm genug, reißt dieser Krieg jetzt die Wirtschaft noch einmal kräftig mit. Ich lese von all den Sanktionen gegen Russland, aber ich erfahre nirgends was es bedeutet dieses Land in den bankrott zu treiben. Abgesehen davon, dass am Meisten die russische Bevölkerung darunter leiden wird. Gott bewahre, man würde uns für unsere Regierung strafen! Und wir haben diese Menschen selbst gewählt. Aber wie sonst gegen diesen absurden Einmarsch vorgehen?

Ich höre überall wie geeint die EU nun vorgeht, dass wir nun endlich Alle an einem Strang ziehen. Ich glaube nicht daran, dass sich jetzt etwas geändert hat oder ändern wird. Für mich hat die Pandemie gezeigt, dass es keine Einigkeit gibt. Ich hoffe sehr, dass das gemeinsame Vorgehen des Westens dazu führt, dass dieser Krieg bald endet. Aber ich fürchte, dass wir erst am Anfang stehen. So, wie damals am Beginn der Pandemie. Ich fühle mich zurück katapultiert in meine Jugend, der kalte Krieg, der eiserne Vorhang, Tschernobyl, alles Dinge mit denen ich aufgewachsen bin.

Und zu all dem unsere Politiker, die alle paar Monate die Jobs wechseln, man kann sich ja schon die Namen nicht mehr merken. Unser Bundeskanzler, Herr Nehammer, der „eine Alternative zu den Menschenrechten“ suchte, als es um die Flüchtlinge in Moria ging. Und jetzt jeden Tag unsere Pflicht zur Nachbarschaftshilfe betont. Oder der Innenminister, der jeden Tag erwähnt, dass man heute nicht mit 2015 vergleichen kann, wo hauptsächlich Männer zu uns gekommen sind. Oder die Landwirtschaftsministerin, die im kurzen Kleidchen einem Scheich gegenüber sitzt. Weil wir jetzt Alternativen zum russischen Gas suchen müssen. Absurderweise beziehen wir 80 Prozent unseres Gasbedarfs aus Russland.

Seit 5.3. sind nahezu alle Corona Beschränkungen gefallen, außer in Wien. Unser Bürgermeister gibt noch (etwas) strengere Maßnahmen vor. Hurra, Corona besiegt. Oder so. Immerhin hatten wir die letzten beiden Tage knapp 50.000 Neuinfektionen. In der Praxis schaut das dann so aus, dass bei meiner Tochter gleichzeitig 5 Schüler:innen positiv sind. Diese und die Ungeimpften sind zuhause und können sich nach 5 Tagen frei testen. Die Anderen haben Regelunterricht inkl. Tests und Schularbeiten. Und 5 Tage lang täglich PCR Tests. Achja und nicht zu vergessen die Impflicht, die seit 01.02.2022 gültig war, aber erst ab 15.03. geprüft/gestraft werden sollte, wurde „ausgesetzt“. Jetzt wundern sich alle, dass wir bei derart hohen Infektionszahlen keine Impfpflicht brauchen. Im Juni, wenn sie dann (vielleicht) im Hinblick auf den Herbst wieder schlagend wird, werden sich auch wieder Alle wundern.

Auch bei mir gibts Neuigkeiten. Ich habe die OP Freigabe für 25.03., da wird die Arthroskopie durchgeführt. Am nächsten Tag darf ich wieder heim, der Arzt meinte, dass die ersten 3 Tage zach sind, dann gehts besser, nach 14 Tagen werden die Nähte gezogen. Das ist mit dem Krankenstand jetzt genauso getimt, weil am 11.04. beginne ich direkt meinen neuen Job in der neuen Branche. In dem Hort in dem ich mein Praktikum gemacht habe! Ich freue mich sehr darauf, zumal die Stelle nun doch schon am 01.03. frei wurde und sie auf mich wegen der OP gewartet haben. Da meine Vorgängerin 40 Stunden gearbeitet hat, muss ich sie voll ersetzen, d.h. bis die Hortkinder um kurz vor 12 geholt werden bzw. kommen, werde ich im Kindergarten mitarbeiten. Das wird alles in allem sehr spannend.