Das Schreiben

Caroline hat mich verlinkt und seither ist die Zahl meiner Leser sprunghaft angestiegen – jedesmal, wenn ein Ping anzeigt, dass sich hier was tut, hüpft mein Herz. Ich kann nicht beschreiben, warum das so wichtig ist für mich, werde ich doch niemals berühmt dadurch. Aber ich lese so gerne, seit ich es kann. Oft kippe ich in Bücher rein, sodass ich echt erstmal traurig bin, wenn es fertig ist. Oder schockiert über das Ende. Nicht erst einmal habe ich ein Buch weg gelegt, damit ich das Ende raus zögern kann.

Vielleicht schreibe ich deshalb so gerne, früher Tagebücher, diese kleinen Dinger mit Vorhangschloss, später Liebesbriefe (angeblich gibt es die noch) und dann auf dem ersten Blog. Inklusive Blogger Treffen und Freundschaften schließen.

Ich schreibe nur über mich, mein Leben, meine Erlebnisse, meine Gedanken. Noch nie habe ich ein Buch geschrieben, ich könnte mir nichts ausdenken. Über mehrere Kapitel, die einen Sinn ergeben, Hut ab vor denen, die das können und damit auch noch Geld verdienen.

Jedenfalls ist es schön, das Herzklopfen wegen jedem Ping, wenn sich hier was tut! Danke, dafür!

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ledig

Am 20. Jänner waren wir auf der Hochzeit meiner jungen Kollegin. Sie hat die Feier ein Jahr lang geplant, wir haben viel mitbekommen und uns alle sehr gefreut. Das Fest war wirklich schön, ihre Geschichte ist beinah kitschig, ihr Mann ist der Bruder ihrer besten Freundin, sie kennen sich seit der Volksschule, haben sich dann mit 20 zufällig am Abend getroffen und verliebt. Sie sind seit 6 Jahren ein Paar, leben seit 2 Jahren zusammen und sie werden heuer noch Eltern! Durch diese intensive Vorbereitungsphase habe ich oft über meinen Status nachgedacht: ledig

Das Wort klingt altmodisch und spröde, beides bin ich nicht. Ich hab halt nur keinen Deppen gefunden, der mich heiratet. Böse Zungen behaupten, dass mir so die Scheidung erspart geblieben ist. Dabei habe ich durchaus Heiratsanträge bekommen. Das erste Mal mit 29, meine erste große Liebe, wir waren 7 Jahre zusammen, er war 20 Jahre älter als ich. Die Nacht werde ich niemals vergessen: wir waren in Pnom Peng und er hat mir gestanden, dass er mich 2 Wochen lang mit einer kambodschanischen Hure betrogen hat. Ich war sprachlos und er ein Häufchen Elend und weil ich so nichts zu sagen hatte, sagte er: „sag was, ich heirate dich auch und mach dir ein Kind“ Ein Jahr später bin ich ausgezogen.

Der Vater meiner Kinder hat mich 23 Tage vor der Geburt des ersten Kindes bei Vollmond auf der Loggia gefragt, ob wir nicht vor der Geburt noch heiraten sollten. Er hat schon soviele Beziehungen verbockt (heute weiß ich warum), er will es diesmal richtig machen. Für mich war das kein Thema, schon gar nicht hochschwanger, aber der Kompromiss war, dass die Kinder seinen Namen tragen. Er wusste gar nicht, dass das in Österreich möglich ist und ich denke, dass ihm das bis heute ohnehin wichtiger ist, als eine Ehe.

Tatsächlich war mir heiraten nie so wichtig, wie Kinder zu bekommen, aber auf meine „alten“ Tage werde ich bei Hochzeiten immer sentimental und denke mir insgeheim: was wäre, wenn …

Happy Family

Irgendwie ist dieser Advent anstrengend. Wieder einmal bin ich seit 2 Wochen verkühlt, das 3. Mal seit September. Im Büro ist wie immer im Dezember die Hölle los und die Wochen zerrinnen, wie Sand zwischen den Fingern. Zuhause gibt es immer wieder Krach, es ist halt schwer zwischen Elternsprechtagen, Weihnachtsfeiern und Erstkommunionsvorbereitung eine harmonische Stimmung zu finden. Umso schöner war es heute Nachmittag am Christkindlmarkt mit den Kindern. Wir waren wieder im Prater, der ist nur klein, aber sie lieben den Zug auf Rädern, der durchs Gelände fährt. Und es gibt Hot Dogs und Süsskram und best of all: kaum Leute, kein Gedränge, die Stimmung war echt toll, die Kinder hatten Spaß und ich war glücklich!

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