Spiderman

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Wie immer, wenn ich Fotos meiner Kinder anschaue, kann ich es kaum glauben, wie schnell sie groß werden. Sein letztes Kindergartenjahr hat im September begonnen, sein letztes Laternenfest haben wir schon gefeiert und den Termin zur Schuleinschreibung im Jänner 2017 haben wir schon. Ja, bei den 2. Kindern ist alles nicht mehr ganz so aufregend auch, wenn der zeitliche Unterschied bei uns ganz kurz ist. Trotzdem habe ich auch ein weinendes Auge, wenn ich denke, dass seine sorglose Zeit bald um ist. Rebecca hat den Schuleinstieg heuer gut geschafft, trotzdem sind deutliche Veränderungen zu bemerken. Sie schläft schlecht, ist öfter weinerlich und leicht reizbar. Wie wird das erst für meinen kleinen Spiderman werden, der viel anhänglicher und verschmuster ist. Der kleine sensible Kerl, der die braunen Augen seiner Mutter geerbt hat. Und die Schreckhaftigkeit! Er wird heuer im Kindergarten perfekt auf die Schule vorbereitet, sie haben ein tolles Vorschulprogramm entwickelt (während es letztes Jahr im Grunde gar keines gab) und er freut sich schon sehr auf die Schultasche und alles, was dazu gehört.
Aber ich bin nicht so sicher, wie bei Rebecca, dass er die Reife haben wird um sich dort wohl zu fühlen. Leider kann ich nicht viel dazu beitragen, es kommt, wie es kommt. Wenigstens weiß er, dass seine große Schwester auch dort ist und sie sich im Hort jeden Tag sehen werden.

Heute hat mir Facebook ein Foto aus dem Jahr 2012 gezeigt, wo er neugierig in die Kamera schaut. Wie süß, dachte ich mir wehmütig, wohl wissend, dass diese Zeit nicht mehr zurück kommt. Aber jede Zeit hat ihre schönen Seiten, wenn Raphael wie gestern völlig unmotiviert zu mir kommt, mich umarmt und sagt: ich lieb dich Mama!

Bei meinen Kindern weiß ich, dass sie das aus Überzeugung sagen und nicht, weil sie etwas brauchen oder sonstige Hintergedanken haben. Es klingt blöd, aber manchmal denke ich, dass mich Männer derzeit so gar nicht interessieren, liegt daran, dass ich von soviel aufrichtiger Liebe umgeben bin, dass ich für was anderes keinen Platz mehr habe.

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Dunkelheit

dsc04364So schön der Herbst in seiner Buntheit ist, so sehr graut mir vor dem Dunkel danach. Pünktlich zu meinem Geburtstag am 9. November beginnt das grau-in-grau, die Nebelsuppe und Kälte, jedes Jahr das gleiche, seit bald 46 Jahren.

Morgens, wenn man das Haus verlässt graut der/dem Morgen und Abends, wenn man heim kommt ist es längst Dunkel. Heuer haben wir den Herbst wirklich in vollen Zügen genossen, wir waren mehrmals Drachen steigen, jedes Wochenende draußen, das Wetter war toll und ich habe gedacht, dass die Batterien für die nächste Zeit aufgeladen sind. Aber irgendwie spüre ich diese Melancholie, dieses dunkel in mir und ich bin auch wirklich elendig müde die letzten Tage. Ich würde mich gern ins Bett verkriechen und sagen wir so im März könnt Ihr mich wieder wecken. Wie machen das die Menschen in Norwegen?

Ich mag auch den Winter, solange ich warm genug eingepackt bin, dass ich nicht friere und die Sonne scheint, kann auch diese Jahreszeit schön sein. Danach zuhause ein heißes Wannenbad, Tee, Kekse und ein Buch, was will man mehr? Nur die Wahrscheinlichkeit, dass es gerade an den Tagen, wo ich Zeit habe, das coole Winterwetter gibt, ist halt leider sehr gering.

So bleibt mir nur, wie jedes Jahr, die Kerzen auszupacken, die Keksrezepte zu sortieren, die Brettspiele zu entstauben, die DVD`s zu sortieren und die Tage bis zum nächsten Frühling zu zählen. Die Zeit vergeht eh so schnell, je älter ich werde,…

das Kind in mir

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Wenn man so wie ich, eine gefühlte Ewigkeit darauf wartet, Mutter zu werden, dann malt man sich jahrelang aus, wie das wäre. Man beobachtet andere Mütter und denkt sich, was man selbst anders / besser machen würde. Aber am Wichtigsten war und ist mir, dass ich bei meiner Erziehung andere Entscheidungen treffe, als meine Mutter. Wenn ich das Bild betrachte, denke ich, dass ich damals schon sehr ernst wirke. Aber es gibt unzählige Bilder aus meiner Kindheit, wo ich lache. Laut diesen Dokumenten war ich ein durchaus fröhliches Kind. Ich habe keine Erinnerung an diese Zeit, nur ganz dunkel kann ich mich an Erlebnisse aus der Kindergartenzeit erinnern, die Geburt meines Bruders 1976 und dann in der Volksschule beginnt mein Langzeitgedächtnis – ist aber auch schon ewig her 🙂

In den 70er Jahren war die „g`sunde“ Watschen Standard, damals gab es noch keine Kinderrechte und dergleichen. Da mein Vater 2 Jobs hatte, damit meine Mutter Haus und Kinder hüten kann, war meine Mutter meistens allein zuständig. Sie kam vom Land, ihre Familie richtig arm, sie musste im Sommer die Schuhe mit ihrer Schwester teilen. Sie knobelten morgens, wer die Schuhe trägt und wer barfuß zur Schule geht. Unvorstellbar. Trotzdem habe ich mich meine ganze Jugendzeit gefragt, was ich dafür kann, dass sie so eine elende Jugend hatte. Sie hat mich also oft geschlagen, natürlich hauptsächlich in`s Gesicht, damit zum Schmerz noch die Scham dazu kommt, wenn der Handabdruck im Spiegelbild verblasst. Als ich älter war, bin ich ihr oft davon gelaufen, aber sie ist mir immer nach und sie hat mich immer getroffen. Ich weiß noch, dass ich einmal rücklings über ein Kästchen gefallen bin, man könnte meinen, das wäre Schmerz genug gewesen, aber Nein, sie hat sich gebückt und mich trotzdem getroffen.

Eine gute Alternative zur Watschen, oft genug eine Draufgabe, war in der Ecke stehen. Und, wenn das vergehen schlimm genug war, durfte ich in der Ecke knien. Kein Wunder, dass ich einen Dachschaden habe, denn die Tapeten damals waren sehr orange und sehr blumig und ich kannte jede Faser auswendig.

Die üblichen anderen Verbote, wie kein Fernsehen, kein Naschen und später kein Ausgehen gab es natürlich auch. Und es gab auch die Bevorzugung des kleinen Bruders, wobei ich das nur teilweise ungerecht fand. Er war so ein lieber Kerl, dass ich ihm nie wirklich böse sein konnte. Als er 8 Jahre alt war, wurde er krank und ist es heute noch, seit damals lebt meine Mutter sowieso mehr oder weniger nur für ihn und bis zu einem gewissen Grad verstehe ich das auch.

Ich hatte mit ca. 18 Jahren einmal eine stundenlange Aussprache mit meiner Mutter. Sie hat sich für ihr Verhalten all die Jahre entschuldigt, wir haben beide viel geweint und ich habe sie danach besser verstanden. Aber es hat mir die verlorene Mutterliebe nicht ersetzt und ich habe mein ganzes Leben diese Liebe bei Männern gesucht. Symbolisch gesprochen, natürlich. In meiner ersten Beziehung war ich überhaupt fälschlicherweise der Meinung, wenn wir Sex haben, dann liebt er mich.

Ich erziehe meine Kinder anders (meine Mutter meint „gar nicht“) und ich bin froh, dass ich sie nicht schlagen „muss“. Wir reden viel und das ist oft mehr als anstrengend, aber ich möchte es halt anders machen. Was daraus wird, wird man sehen.

Tilak beim Arzt

Vor 2 Wochen bin ich mit laufender Nase aufgewacht, über Nacht Schnupfen bekommen. Ok, der Jahreszeit angepasst. Letzte Woche hatte ich 3 Tage übelste Halsschmerzen, dagegen Strepsils genommen, siehe da: Halsweh weg und die Stimme gleich mit!

Gestern war ich zur Sicherheit bei einer Ärztin, eine neue, mein üblicher Arzt und ich werden keine Freunde mehr. Ich krächze ihr entgegen und folgender Dialog findet statt:

Sie: ok, alles klar, Kehlkopfentzündung, 1 Woche mindestens Krankenstand.

Ich: ich geh nicht in Krankenstand!

Sie: was arbeiten sie?

Ich: ich bin Hausverwalterin 

Sie: und da müssen’s nicht reden?

Ich: Oja, aber ich kann das dosieren

Sie schaut erstmal in meinen Hals, stellt fest dass er nur entzunden ist, aber nicht eitrig, also wenn kein Fieber dann halt doch Arbeit, aber Stimmbänder schonen. Sie verschreibt mir Parkemet 500 in einer Dosis, die ich nicht einmal bei Schmerzen nehme, sie wird langsam schnippisch und meint, dass ich wohl bei ihr sei, weil ich ihren Rat wollte.
Wir einigen uns, dass ich es 1 Woche so versuche mit Hals warm halten, wenig reden, viel trinken und wenn die Stimme nächste Woche nicht deutlich besser ist, bekomme ich Krankenstand mit Sprechverbot verpasst! Und das mir, die Selbstgespräche führt und 2 kleine Kinder hat.

Als ich gehe hämmert sie wie wild in die Tasten, ich denke sie schreibt eine Notiz, dass ich schwierig bin und ich verlasse die Ordination mit dem Gefühl keinen neuen Hausarzt fürs Leben gefunden zu haben! Zum Glück bin ich so gut, wie nie krank.

Übrigens lautet die Diagnose meines Sohnes:

Mama, deine Stimmkabel sind krank

hast du es dir so vorgestellt?

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nach der Geburt meiner Tochter bin ich das mehrmals gefragt worden:
hast du dir das Mutter sein so vorgestellt?
Einerseits natürlich berechtigt, denn ich habe mir 20 Jahre Kinder gewünscht. Ich glaube der Wunsch wurde geweckt, als ich mit 5,5 Jahren meinen neugeborenen Bruder sah, er war das schönste Baby ever!
Anderseits eine etwas merkwürdige Frage. Wenn man sich ein neues Auto kauft und dann sowas gefragt wird, kann man sagen, ja perfekt oder nein, ich schaue, dass ich das Auto schnell wieder los werde. Das klappt bei der Mutterschaft nicht ganz so.
Mein Kinderwunsch war durch nichts zu erschüttern und heute noch bin ich manchmal fassungslos, wie knapp der Wunsch erfüllt wurde. Immerhin war ich bei der ersten Schwangerschaft schon 40. Und trotzdem mega fruchtbar, wie die 2. Schwangerschaft 4 Monate nach der 1. Geburt beweist.
und nun zur Antwort:
Nein natürlich nicht, denn nichts und Niemand kann dich vorbereiten auf das, was schon während der Schwangerschaft mit dir passiert. Es kann dich nicht einmal die erste Schwangerschaft auf die zweite vorbereiten, denn obwohl ich die Kinder 2010 + 2011 jeweils im gleichen Sternzeichen geboren habe, also zur gleichen Zeit schwanger war, waren die Schwangerschaften so unterschiedlich, wie heute die Kinder.
Auch habe ich mir nicht vorgestellt in einer Eltern-WG zu landen, natürlich habe ich mir eine funktionierende Partnerschaft gewünscht. Denn, wie man es nicht macht, habe ich jahrelang bei meinen Eltern gesehen, die trotzdem heuer 46 Jahre verheiratet sind.
Die Voraussetzungen könnten besser sein, das Geld ist knapp, die Wohnsituation immer noch ungeklärt, aber wir sind irgendwie eine Familie, wir halten zusammen, seit Mama und Papa kein Paar mehr sind, gibt es kaum Streit und ich habe wirklich das Gefühl, dass es den Kindern gut geht.
Ich habe permanent Angst mit meinem 40 Stunden Job zu wenig Zeit mit den Kids zu verbringen, aber ich bin nun einmal der Ernährer, der Alleinverdiener und ich versuche die Zeit, die mir bleibt so intensiv, wie möglich zu nutzen. Wir erzählen jeden Tag beim Abendessen von unseren Erlebnissen auch wenn die Kinder dann mal mit vollem Mund reden 🙂 Wir kuscheln jeden Tag vor dem Einschlafen und natürlich kracht es schon mal, aber streiten will auch gelernt sein.
Aber das Allerbeste, das Schönste und Tollste ist diese bedingungslose Liebe, dieses Vertrauen, dass die Kinder haben und zeigen.
Jede Schwangerschaft und Geburt ist ein Wunder und unsere Kinder sind der größte Schatz auf Erden!

wie schaut deine Mama aus?

drache

Gestern war ich am letzten KIGA Elternabend meines Lebens, weil Raphael nächstes Jahr auch in die Schule kommt. Die Pädagogin hatte eine unterhaltsame Einleitung vorbereitet, sie hat die Kinder gefragt wie schaut deine Mama aus ? und dann wortwörtlich die Antworten aufgeschrieben. Beinahe alle haben ihre Kinder erkannt, einige haben geweint vor Rührung. Nein, ich nicht, aber ich wurde knallrot, was bei mir eher sehr selten vor kommt. Die Beschreibung eins Mädchens:

meine Mama trägt ein T-Shirt und eine Jeanhose und hat lange Haare, mein Papa trägt ein T-Shirt und eine Jeanhose und hat lange Haare, eigentlich schauen beide gleich aus

hat uns alle amüsiert. Die Beschreibung eines jüngeren Mädchens

mein Papa repariert ständig Sachen in unserem Haus, er kann das gut und er arbeitet auch sonst viel. Meine Mama kocht und sonst nix.

beschreibt sehr treffend den Alltag einer Hausfrau aus Sicht eines Kindes und so mancher Männer 🙂

Es war eine wunderbare Erfahrung uns Eltern aus der Sicht der Kinder zu sehen und ich freue mich über Raphaels Beschreibung wirklich sehr!

Wie schaut deine Mama aus?
Sie tragt ein Kleid und hat kurze Haare und eine Tasche und geht damit in die Arbeit.
Meine Mama kann besonders gut kochen und aufräumen. Sie kann kurz ausräumen und dann wieder schön einräumen. Meine Mama liebt Eierspeis und glaub ich Kaffee. Meine Mama mag nicht dass man das Klolicht brennen lässt, dann muss man ihr sowieso einen Euro hergeben.
Mein Papa hat kurze Haare, aber nicht wie die Mama. Er macht gerne Spaß und er macht sich dann einen Kaffee. Er mag überhaupt nicht, dass man die Zahnpasta auflässt.

 

Indoor Spielplatz 

Was für ein harmloses Wort für einen Ort des Grauens! Dann noch die klingenden Namen Family fun und boggie park in Wien oder happy hop in Tirol. Anfangs dachte ich noch, was für eine feine Idee einen großen Platz für Kinder, wo sie bei schlechtem Wetter toben können. Bis ich das erste mal mitten drin steckte und mir nach 30 Minuten der Kopf brummte. Es ist laut, es ist heiß und es stinkt nach Schweiß und Socken, im Baby Bereich auch schon mal nach voller Windel. Aber wie bei so vielem anderen auch, stehe ich mit meiner Meinung allein auf weiter Flur, die Kids lieben es und bei 2:1 bin ich regelmäßig überstimmt. Wir haben nur ausgemacht, dass wir bei gutem Wetter draußen spielen und so besuchen wir die Lärmhalle höchstens im Winter und zu diversen Kindergeburtstagen.

Da haben wir im Mai bei strahlendem Sonnenschein die sonderbare Erfahrung gemacht, dass der Indoorspielplatz fast leer war und außerdem einen outdoor Bereich eröffnet hat. Es war direkt angenehm dort, die Tore waren offen, eine leichte Brise ging durch die Halle und mein Sohn hat einen „geheimen“ Ort gefunden. Versteckt hinter einem dunklen Durchgang, wo im Winter eine grelle Disko war, war ein Bällebad in schaurig dunkler Beleuchtung und dort war es tatsächlich mucksmäuschenstill!