Indoor Spielplatz 

Was für ein harmloses Wort für einen Ort des Grauens! Dann noch die klingenden Namen Family fun und boggie park in Wien oder happy hop in Tirol. Anfangs dachte ich noch, was für eine feine Idee einen großen Platz für Kinder, wo sie bei schlechtem Wetter toben können. Bis ich das erste mal mitten drin steckte und mir nach 30 Minuten der Kopf brummte. Es ist laut, es ist heiß und es stinkt nach Schweiß und Socken, im Baby Bereich auch schon mal nach voller Windel. Aber wie bei so vielem anderen auch, stehe ich mit meiner Meinung allein auf weiter Flur, die Kids lieben es und bei 2:1 bin ich regelmäßig überstimmt. Wir haben nur ausgemacht, dass wir bei gutem Wetter draußen spielen und so besuchen wir die Lärmhalle höchstens im Winter und zu diversen Kindergeburtstagen.

Da haben wir im Mai bei strahlendem Sonnenschein die sonderbare Erfahrung gemacht, dass der Indoorspielplatz fast leer war und außerdem einen outdoor Bereich eröffnet hat. Es war direkt angenehm dort, die Tore waren offen, eine leichte Brise ging durch die Halle und mein Sohn hat einen „geheimen“ Ort gefunden. Versteckt hinter einem dunklen Durchgang, wo im Winter eine grelle Disko war, war ein Bällebad in schaurig dunkler Beleuchtung und dort war es tatsächlich mucksmäuschenstill!

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9.9.2016

Genau vor 1 Monat habe ich hier zu schreiben begonnen und dies ist mein 10. Text auf WordPress. Seit meiner ersten Schwangerschaft 2009 habe ich nicht mehr so viel geschrieben und ich muss sagen: es macht Spaß! Es kribbelt wieder in den Fingern, die Gedanken sprudeln, es ist ein schönes Gefühl einen Text zu verfassen und so befreiend, wenn er fertig ist. Ich hätte Publizistik studieren sollen, aber das habe ich leider zu spät bemerkt. Im Büro kommen die Leute wegen der Briefe immer zu mir, weil es mir keine Mühe macht zu formulieren. Ich habe richtiges Schreiben nicht gelernt, aber es macht so viel Spaß! Der Haar Text ist gestern unterwegs in Bim und U-Bahn entstanden, ich konnte nicht aufhören bis er fertig war. Früher bei meinem ersten Weblog habe ich unterwegs Notizen gemacht um die Idee nicht zu vergessen.

Und wieder gilt der Spruch Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich, denn ich hätte nicht gedacht, dass ich neben Full-Time-Job und 2 kleinen Kindern noch Zeit zum Schreiben finden würde, aber es klappt!

Danke auch meinen Lesern hier, denn durch Euch verdoppelt sich der Spaß und die Freude daran! Ja und danke dem Projekt.txt, welches meine Kreativität wieder zum Leben erweckt hat und den ersten Text hier (Meinungsfreiheit) entstehen ließ!

Haarfee

25 Jahre hatte ich lange Haare, wirklich lange Haare! Meistens zusammen gebunden, aber auf jedem Foto kam die wallende Pracht zur Geltung! Meine Haare waren mein Markenzeichen, dicht und bis zum Schluss relativ gesund. Aber in letzter Zeit immer grauer. Nicht nur an den Schläfen, nein die weißen Haare, widerspenstig und starr, wie Seile, waren überall und immer mehr. Die Farbe, mühevoll in einer 40 minütigen Prozedur aufgetragen, hält nur noch maximal 2 Wochen. Manche dieser langen Fäden haben die Farbe erst gar nicht angenommen! Die Pflege, allein zum Waschen brauchte ich 20 Minuten, das Schwitzen, all das ging nicht mehr. So wurden sie gestern geschnitten, radikal! Damit die Sache einen Sinn ergibt werde ich den Zopf spenden, der Verein haarfee macht daraus eine Perücke für krebskranke Kinder. Dazu muss der Zopf mindestens 20 cm lang sein, meiner ist 30, also passt das. Ich habe die Haare sogar gewogen, 127 Gramm.

Ich war nicht allein beim Friseur, mir war schlecht vor Angst und ich habe geweint! Emotionen pur! Das ganze Drama ist vor 24 Stunden passiert und ich kann immer noch nicht sagen, ob es mir gefällt! Ich erkenne mein Bild im Schatten nicht, ich fühle mich einfach komisch! Der Kopf fühlt sich leicht an, aber mehr fällt mir nicht ein dazu.

Die Kinder haben sich morgens von meinen Haaren verabschiedet und mein Sohn sagte beim Abholen vom Kiga:

Wouw Mama, schöne Frisur, aber es ist eh egal, wie du deine Haare hast, für mich bist du immer schön.

1. Schultag

Am 5.9.2016 ist es endlich soweit, das lange Warten hat ein Ende, meine Tochter geht das 1. Mal in die Schule! Sie kennt das Schulhaus, war mit dem Kindergarten schon öfter dort, im Juni war Schule schnuppern und Montag geht’s los! Sie freut sich seit Wochen und weiß genau, was sie an ihrem großen Tag alles unternehmen möchte.

Sie hat das große Glück mit ihrer besten Freundin aus dem Kindergarten in die gleiche Klasse zu kommen (ok, wir Eltern haben uns das bei der Einschreibung gewünscht), die blutjunge Frau Lehrerin ist sehr nett und dem neuen Lebensabschnitt steht nichts im Weg!

Als ich die Schultüte gepackt habe, habe ich mich an meine Volksschule erinnert, ich weiß sogar noch, wie die Lehrerin hieß ( ein Wunder bei meinem Hirn) und die 1. 4 Schuljahre bin ich wirklich gern zur Schule gegangen. Ich habe lesen gelernt und seither verschlinge ich Bücher und ich wünsche meiner Tochter eine schöne Volksschulzeit! Vor allem, dass dieser Eifer, diese Wissbegierde und diese Motivation, die sie heute hat, ihr noch lange erhalten bleiben!

Freundschaft

Opa’s Garten
Ich bin die ersten 20 Jahre meines Lebens schüchtern und introvertiert gewesen, eine kleine graue Maus, den Blick zu Boden gerichtet, gesprächig nur unter Leuten, die ich gut kannte.

Danach habe ich mein heutiges Selbstbewusstsein entwickelt und würde mich jetzt als kommunikativ und offen bezeichnen. Dadurch hat sich natürlich auch der Kreis der Freunde erweitert.

Ich pflege ganz unterschiedliche Freundschaften, von meiner besten Freundin, die ich seit der Volksschule kenne zu Internet Freundschaften, wie jener Welser, der uns inkl. Tochter Ende August wieder einmal übers Wochenende besuchen kommen wird.

A. habe ich im Krankenhaus kennen gelernt, ich war in der 41. Schwangerschaftswoche und hatte gerade das Bett neben ihr erobert, als sie direkt vom Kreißsaal kam, 15 Jahre jünger als ich und voller Glückshormone. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und beschlossen in Kontakt zu bleiben, unsere Töchter (fast gleich alt) sind nun auch Freunde geworden.

Familie kann man sich nicht aussuchen, Freunde schon

Nach diesem Motto haben sich auch einige Freundschaften im Sand verlaufen, manchmal bewusst so gesteuert, bei Einigen weiß ich bis heute nicht, warum der Kontakt abbrechen musste.

Diese Thema ist auch im Kindergarten schon sehr präsent, allerdings gehen die Kleinen damit etwas entspannter um: es gab eine Phase, wo meine Tochter jeden 2. Tag berichtet hat, wer aller keine Freunde mehr sind und wer schon.

Trotz aller mehr oder weniger vertrauten Personen in meinem Leben begleitet mich ein Phänomen seit Anfang an: wenn es um Gefühle geht, meine tiefstes Inneres, dann tu ich mir beim Schreiben viel leichter, als beim Reden!

Unruhe

Ich war noch nie sehr geduldig und leider trifft mich in diesem Zusammenhang auch nicht die Weisheit des Alters!

Ich hasse warten

Auf was oder wen auch immer. Im Rückblick betrachtet sind die Jahre zwischen 20 + 30 dahin geschlichen, die Jahre zwischen 30 + 40 sehr schnell vergangen und die letzten Jahre fliegen dahin, dass es nicht in Worte zu fassen ist. Jetzt könnte man sagen, dass meine jungen Jahre langweiliger waren, aber das ist nicht der Fall. Die erste Beziehung zu einem fast 20 Jahre älteren Mann war prägend und hat mich in die Welt (USA, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Mexiko) geführt.

Danach war ich 10 Jahre Single, meine erste eigene Wohnung, endlich ein Haustier, machen was man will, wann man will und mit wem man will! Viele Jahre nahezu jedes Wochenende im Waldviertel verbracht, über Stock und Stein geritten, das war auch nicht wirklich unangenehm!

Die Gegenwart ist geprägt von den Kindern, jede arbeitsfreie Minute mit ihnen verbringen, statt kochen und bügeln von Spielplatz zu Spielplatz tingeln. Erleben wie sie immer größer werden und eine nahezu unerschöpfliche Energie an den Tag legen. Also langweilig wird mir sicher nicht!

Ich wünschte mir nur langsam etwas mehr Geduld, eine gewisse Gelassenheit, das wäre Nerven schonend. Dass ich mit dem Spruch

Gut Ding braucht Weile 

endlich auch einmal etwas anfangen kann. Stattdessen habe ich immer noch eine gewisse Unruhe in mir, die mich an schlechten Tagen nicht schlafen lässt.

Erwartung


Hier wartet mein Sohn in Tirol auf die Dampflok, er ist 5 und gefühlte 5 Jahre möchte er Dampflok fahren. Im Urlaub war es nun so weit. Ich wusste, es wird laut, schmutzig und stinkig, aber ich wollte ihm die Freude nicht nehmen. Wir waren direkt hinter der Lok, aber nur 5 Minuten, dann sind wir nach hinten gewandert. Es war ihm zu laut, schmutzig und stinkig. Es war ein Erlebnis und die Lok fasziniert ihn immer noch, aber er hat sich die Fahrt anders erwartet.

Ich weiß nicht, warum wir Menschen immer so viel erwarten. Es kommt doch meistens anders, oder? Je weniger man von einer Person oder einer Situation erwartet, desto weniger kann man entäuscht werden, oder? Obwohl ich diese Lektion mehr als einmal gelernt habe, ertappe ich mich immer noch dabei und bin dann frustriert.

Ich kann es kaum erwarten eure Meinung dazu zu lesen 😜